Medienkonsum
Das sich in unserer Gesellschaft ändernde Verhalten der verschiedenen Bevölkerungsschichten beim Medienkonsum gerät immer mehr in den Blickpunkt der Politiker, der Sozialwissenschaftler und der Konsumforscher. Die Veränderung der Rolle der traditionellen Medien wie der Printmedien und des Fernsehens und die zunehmende Bedeutung der neuen Medien, die durch die Angebote im Internet und durch Computer- und Konsolenspiele ihren Ausdruck finden, prägt unser Zusammenleben. Die Auswirkungen von Videospielen aber auch Kino-Blockbustern, in denen Gewalt und Tabulosigkeit den Ton angibt, auf das Verhalten der Menschen in der Realität prägt immer wieder die öffentliche Diskussion. Die Kriminalistik sucht nach Zusammenhängen zwischen virtueller Brutalität und der Jugendgewalt im Alltag. Im Word Wide Web boomen Social Communities für unterschiedliche Zielgruppen. Die Attraktivität dieser virtuellen Welten zieht junge Menschen weg aus den Begegnungsstätten der realen Welt und kann eine Abhängigkeit vom Bildschirm erzeugen, die nicht ohne Folgen für das Miteinander der Menschen bleibt. Die Allrounder Handy und iPhone, die praktisch zum Lebensmittelpunkt multimediabessener Nerds geworden sind, beschreiben den Medienkonsum und tragen zur Spaltung der Gesellschaft bei.
In vielen Bereichen des Lebens hat sich der veränderte Medienkonsum jedoch zu einem Segen entwickelt. Das Internet bringt aufgrund seiner Globalität Menschen zusammen, die sich sonst nie begegnet wären. Wissenschaft und Forschung können so einfach wie nie auf weltweite Materialquellen und Archive zugreifen und beschleunigen damit die Entwicklung neuer Erkenntnisse. Finanzdienstleistungen werden preisgünstiger angeboten als zuvor und erfordern weniger Zeitaufwand. Vor allem jedoch sind durch das Wachsen der neuen Medien neue Branchen entstanden, die vielen kreativen Menschen anspruchsvolle Arbeits- und Beschäftigungsfelder bieten. Natürlich geht das sich wandelnde Medienverhalten auch an den traditionellen Medien nicht vorbei. Viele Menschen haben für die morgendliche Lektüre der Tageszeitung nur noch wenig Zeit und auch der Fachzeitschriftenmarkt hat schon deutlich bessere Zeiten gesehen. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen wird durch die Konkurrenz mit den privaten Sendern und dem Pay-TV geprägt. Beobachter stellen ein sinkendes inhaltliches Niveau der Sendungen und eine rasante Zunahme des durchschnittlichen Lebensalters der TV-Zuschauer fest. Allerdings gibt es auch bei den konservativen Medien einen Lichtblick: Der schon längst tot geglaubte Hörfunk boomt wie selten zuvor.
Der Einfluss der Medien wirkt sich insbesondere auf das Bild des Schönheitideals der Masse aus. Kaum ein Schauspieler geht unfrisiert vor die Kamera. Vorallem in der Werbung sind hauptsächlich überdurchschnittliche Schönheiten zu sehen. Glatte geschminkte Haut, perfekte Frisur, designer Klamotten und vieles mehr gehört in den Medien zum Standard. Natürliche Schönheit ohne viel Makeup, ohne eine künstliche Brustvergrößerung und ohne professionelle Stylisten Arbeit findet sich hier kaum noch. Vorallem viele Frauen bekommen dadurch Probleme mit ihrem Selbstwertgefühl, was in einigen Fällen sogar zur Bulimie führt. Ebenso ist eine weit verbreitete Oberflächlichkeit die Folge.